Die Schwester des Tänzers

Eva Stachniak verbindet in ihren Romanen Gesellschaftsgeschichte mit einer Note und Atmosphäre, die für Unterhaltung steht und die mir auch schon ihre ersten Bücher „Der Winterpalast“ und „Die Zarin der Nacht“ nahegebracht haben. Ich als Sportskanone, die bei den Bundesjugendspielen höchstens mit einer Mitmachurkunde glänzen konnte, habe diesen Text über das Ballett und seine Eigenheiten mit großem Interesse gelesen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Waslaw Nijinsky und seine Schwester nicht kannte, also sehr erstaunt war, dass die Geschichte weitgehend auf Tatsachen beruht. Kritik erntete das Buch vor allem für die langen Schilderungen der Pliés und der übrigen Techniken des Balletts und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich ebenfalls durch die ersten hundert Seiten gequält habe. Die Tänzer wirken zu dieser Zeit wie in einem Vakuum, um sie herum scheint nichts zu passieren, Kontakte sind unwichtig, nur der Tanz zählt. Erst später, als die Profession hinter dem Krieg und den Entbehrungen zurückstehen muss, bekommen die Tänzer und ihre Disziplin Kontur. Ich freue mich, dieses Buch gelesen zu haben und wünsche viel Spaß auch den Unsportlichen bei dieser Lektüre.

Eva Stachniak

Die Schwester des Tänzers

2017, 571 Seiten, Insel

Stachniak

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